Fragen und Antworten zu Chemtrails (39 / 56)

Warum gibt es hohe Messwerte?

(Artikel von SwissWetter.ch: CHEMTRAILS - REGENWASSERPROBEN)

Immer wieder konzentrieren sich die Chemtrail-Gläubigen auf Analysen von Proben, die am Boden oder in Bodennähe entommen wurden. So veranstaltete „Sauberer Himmel“ zum Beispiel eine ziemlich teure Aktion, bei der Regenwasser gesammelt werden sollte. Eigentlich ist das eine gute Sache, denn es kann nichts schaden, wenn man aktiv auf die Sauberkeit unserer Umwelt achtet.

Bei den Analysen dieser Proben gibt es natürlich auch Messwerte, die aus der Sicht der Chemtrail-Gläubigen viel zu hoch sind und der Nachweis sein sollen, dass es sich um Fallout aus Chemtrails handelt. Damit seien die Chemtrails nachgewiesen. Genannt werden dabei vor allem Aluminium- und Bariumverbindungen (im Folgenden nur noch Aluminium und Barium genannt).

Natürliches Vorkommen

Nun klingen manche Zahlen wirklich sehr hoch. Dabei werden aber zwei Sachverhalte vergessen.

Erstens sind Aluminium und Barium Bestandteile der Erdkruste und Aluminium ist sogar eines der Elemente, die am häufigsten vorkommen:

Häufigkeit: http://www.uniterra.de/rutherford/tab_hauf.htm
Aluminium: http://www.uniterra.de/rutherford/ele013.htm
Barium: http://www.uniterra.de/rutherford/ele056.htm

Wenn nun diese Elemente auf der Erde vorkommen - ist es dann ein Wunder, dass man sie auch findet?

Zweitens haben sich wohl die wenigsten von uns in der Vergangenheit mit irgendwelchen Messwerten beschäftigt - im Normalfall hatt Otto Normalbürger sicher ünerhaupt keine Vorstellung, was wann wo wie oft vorkommen muss. Im Vergleich zu diesem Zustand wird dann auch jede Zahl hoch erscheinen. Vorher hatte man ja gar keine.

(Rückwärts-) Trajektion

Natürlich kommen diese Elemente nicht überall gleichmäßig vor. Durch Vulkanausbrüche werden Partikel in die Luft geschleudert, bei Feuerwerken gibt es sowieso mehr Barium und die Elemente werden auch bei der Herstellung verschiedenster Produkte verwendet. Nebenbei befinden sich in der Luft sowieso immer Partikel bzw. Schadstoffe aus verschiedensten Quellen, wie zum Beispiel aus Industrie und Verkehr. Und all diese Partikel werden natürlich durch den Wind verweht, so dass sie bei einem Regen auch im Regenwasser zu finden sein werden. Somit ergeben sich selbstverständlich von Ort zu Ort und von Zeit zu Zeit unterschiedliche Konzentrationen.

Eigentlich müsste das auch bekannt sein, denn ganz sicher hat jeder schon mal mitbekommen, dass es in Deutschland ab und zu mal Saharastaub gibt. Dieser Staub wird nicht mit Flugzeugen eingeflogen, sondern er wird durch den Wind nach Deutschland geweht - über tausende Kilometer Entfernung. Oder auch die Angst vor radioaktiver Strahlung aus Fukushima und Tschernobyl müsste bekannt sein, auch die wurde nicht per Flugzeug befördert. Und wenn man in der weiteren Umgebung eines Baryt-Abbaus Proben nimmt, muss man auch dort mit erhöhten Werten rechnen.

Übrigens hat selbst „Sauberer Himmel“ auf seiner Website ein Beispiel, in dem gezeigt wird, wie Partikel verweht werden: http://www.sauberer-himmel.de/2012/04/24/grossfeldspruehen-in-usa-1957-1958-operation-lac/

Operation LAC (Large Area Coverage ) war eine US Army Chemical Corps Operation, die mikroskopisch kleine Zink-Cadmium-Sulfid (ZnCdS) Partikel über einen großen Teil der Vereinigten Staaten verteilte. Der Zweck war, die Dispersion und das geographische Verteilen von chemischen oder biologischen Kampfstoffen zu bestimmen.

Es gab Versuche, die bereits vor der Operation LAC stattfanden. Die Armee gab zu, Orte in Minnesota von 1953 bis in die Mitte der 60er Jahre besprüht zu haben. [1]

Der Test am 2. Dezember 1957 war unvollständig aufgrund einer Masse von kalter Luft, die aus Kanada herab kam. [4] Sie trug die Teilchen von ihrem Ausgangspunkt und eine Wendung nach Nordosten nehmend trug sie die meisten Partikel nach Kanada. Militärische Betreiber betrachteten den Test als einen Teilerfolg, weil einige der Partikel 1200 Meilen entfernt an einer Station im Staat New York aufgefunden wurden. [4] Ein Test im Februar 1958 in Dugway Proving Ground endete ähnlich. Eine weitere kanadische Luftmasse fegte durch und trug die Partikel in den Golf von Mexiko. [4]

Rückwärtstrajektorien der Luftteilchen

Aha, da ist das Zeug also einfach woanders gelandet, teilweise 1200 Meilen (über 1900 km) entfernt. Und das, obwohl diese Chemikalien noch nicht mal in der Höhe der heute zu sehenden Streifen ausgebracht wurde, sondern das Flugzeug schaffte gerade mal ca. 7000 m Höhe. Wenn nun etwas in der Höhe der Streifen (9000 - 12000 m) ausgebracht würde, könnte das Zeug noch weiter bzw. anders verweht werden.

Wenn nun irgendwo bei uns am Boden in Proben Aluminium oder Barium gefunden werden - muss das dann von den Flugzeugen über uns stammen?

Wie „Sauberer Himmel“ selbst gezeigt hat, lässt sich das überhaupt nicht schlussfolgern. 1900 km - da kann das Zeug, das in Deutschland gefunden wurde, sogar aus Portugal stammen, aus Norwegen, aus der Türkei, aus Russland oder sonstwoher.

Wir sehen also, dass Proben vom Boden oder aus Bodennähe denkbar ungünstige Belege sind, dass etwas durch Flugzeuge ausgebracht wird - wenn etwas Bemerkenswertes gefunden wird, kann das von überall stammen. Wenn man es richtig machen wollte, müsste man sogar Rückwärtstrajektorien in den einzelnen Luftschichten und -massen anfertigen, um zu wissen, wie die Luftbewegungen sind.

Zur Verdeutlichung, wie kompliziert das ist, ist ein Beispiel für die Rückwärtstrajektorien eingefügt. Hier sehen wir die Bewegung der Luftteilchen in drei verschiedenen Höhen. Und woher kommen die Luftteilchen, die am 10.03.2012 in Berlin angekommen sind?

Beispiele für den Saharastaub:

Insofern können also alle Proben - wenn überhaupt! - als Indiz für eine eventuelle Verschmutzung gewertet werden. Als Nachweis für Chemtrails kann man jedoch alle dieser Proben vergessen. Wenn man Ausbringungen nachweisen möchte, muss man das dort erledigen, wo sie sein sollen - am Himmel in Reisehöhe. Aber wie bekannt ist, werden z. B. Spendengelder sonstwie verwendet, nur nicht für den recht preiswerten und wenig aufwendigen Aufstieg eines Wetterballons. Aber daran merkt man eben, was für ein Vertuschungssystem die Chemtrail-Verschwörungstheorie ist.

Fehler

„Sauberer Himmel“ gab sich bei seiner Regenwasseraktion zwar große Mühe, damit die Ergebnisse nicht verfremdet wurden, aber das ist nicht immer so. Manchmal sind die Gefäße verunreinigt, man nimmt statt Wasser Matsch usw.

Ein Beispiel ist der Film „What In The World Are They Spraying?“ („Was in aller Welt sprühen die da?“), bei dem die Zuschauer manipuliert werden. So sieht man, dass eben Matsch als Probe entnommen wurde und dazu kommt, dass es sich bei dem Gebiet um einen Stausee (Shasta Lake) handelt, der sich in einem ehemaligen Bergbaugebiet (Kennett, California) befindet. Und was findet man in einem Bergbaugebiet wohl?

Manipuliert wird auch immer wieder mit den Zahlen. Im genannten Film wird bei Minute 29 zum Beispiel gesagt, dass 375.000 ppb Aluminium in einem Test gefunden wurden. Das klingt natürlich erstmal nach sehr viel. Ppb aber heißt parts per billion, oder zu Deutsch Teile pro Milliarde. Wenn man diesen Wert umrechnet, bleiben noch 0,000375 Gramm übrig. Das ist sogar wenig, wenn man bedenkt, dass die Erdkruste zu 8,1% aus Aluminium besteht und somit immer in Proben auftauchen wird. Dennoch werden über die gesamte Länge des Films hinweg diese riesig erscheinenden Zahlen präsentiert.

Weiter wird mit Grenzwerten manipuliert, indem Angaben für Trinkwasser verwendet werden. Aber muss man bei Trinkwasser nicht ganz andere Maßstäbe als bei Regenwasser ansetzen?

Dazu ein Beispiel bei „Sauberer Himmel“:

Untersuchungen von Regenwasser in Neuss und Kassel haben erneut hohe Bariumwerte hervorgebracht:

Probe: 11.08.2011 (Neuss) Barium: 0,03 mg/l

Probe: 14.10.2011 (Umland Kassel) Barium: 0,3 mg/l

Der Barium-Wert aus Kassel ist der mit Abstand höchste Bariumwert, den wir jemals gemessen haben.

Trinkwasser sollte ja sauberer als Wasser von draußen sein und da schlägt die WHO einen Richtwert von 0,7 mg/l vor. Die US-amerikanische Gesetzgebung für Trinkwasser sowie in Flaschen abgefüllte Wässer legt sogar einen Barium-Höchstwert von 2,0 mg/l fest. Und die deutsche Mineral- und Tafelwasser-Verordnung erlaubt für deutsche Mineralwässer einen Barium-Höchstwert von 1 mg/l. Dann stellen wir mal die spannende Frage: Kommen die Werte des Wassers aus dem Freien auch nur in die Nähe der Werte des sauberen Trinkwassers?

Antwort: Was Barium betrifft, kann das Regenwasser beruhigt getrunken werden, denn es ist sauberer als es selbst die Anforderungen an Trinkwasser erlauben.

Nun liegt Neuss in einem Ballungsgebiet mit viel Industrie und Müllverbrennungsanlagen. Dennoch ist der Bariumwert in dem industriell weit weniger genutzten und stark bewaldeten Umland von Kassel zehnmal so hoch. Wo kommt dieses Barium her? Wenn hohe Bariumwerte im Organismus des Menschen (siehe letzte Meldung) und im Regenwasser nachgewiesen werden können, dürfte eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehen, dass die Menschen das Barium über die Luft aufnehmen.

Und hier finden Sie, wo das Gefundene wirklich herkam: http://galaktische-bloederation.blogspot.de/2012/04/ein-paar-anmerkungen-zu-meldungen-der.html (ungefähr in der Mitte des Textes).

Regenwasseraktion von „Saubere Himmel“ (Update)

„Sauberer Himmel“ hatte, wie schon erwähnt, eine Beprobung des Regenwasssers organisiert. Dazu sollten die Teilnehmer Gefäße an bestimmten Stellen in einer bestimmten Höhe anbringen, um damit das Wasser aufzufangen. Diese Proben sollten dann untersucht werden. Soweit war erstmal alles in Ordnung; es wurde (hoffentlich!) gewährleistet, dass wirklich nur das Regenwasser aufgefangen wurde.

Insgesamt gab es 72 Proben, leider wurden Angaben zum genauen Datum und zum genauen Ort verschwiegen. Im Prinzip ist das aber auch nicht erforderlich, denn das Ergebnis ist die Feststellung, dass keine einzige Probe den Grenzwert für Trinkwasser (0,2 mg/l), das ja besonders sauber sein soll, hinsichtlich des Aluminiumgehaltes erreichte. Mit 0,15 mg/l bzw. 0,10 mg/l waren auch nur zwei Proben größer oder gleich 0,10 mg/l, der Rest war noch weiter unter dem Grenzwert. Was also Aluminium betrifft, kann man das Regenwasser ebenfalls beruhigt trinken.

Eigentlich ist es sogar überraschend, dass die Werte so niedrig sind. Wenn man sich ansieht, was allein schon auf den Straßen unterwegs ist, könnte man meinen, dass sich mehr Partikel dort herumtreiben. Bereits 1979 war auch schon bekannt, dass sich recht viel Aluminium in der Atmosphäre befindet und man wusste sogar, woher das kommt: Aluminium bzw. LANTZY & MACKENZIE (1979): „Natürliche und anthropogene Quellen der atmosphärischen Aluminium-Emission“. Wenn es Chemtrails aber erst seit ca. 10 - 20 Jahren gibt - woher kam das damals?

Mehr dazu finden Sie in einem Forumsbeitrag: Mal ein bisschen grundlegendes zum Thema Aluminium.

Aber ein anderer Aspekt zu dieser Aktion:

Grundsätzlich ist es natürlich begrüßenswert, wenn die Umwelt beobachtet wird. Insofern hat auch diese Aktion etwas Gutes. Allerdings muss man dabei den Hintergrund betrachten, denn die Chemtrail-Gläubigen, hier voran „Sauberer Himmel“, wollen ja nachweisen, dass Chemtrails gesprüht werden. Dazu ist, wie bereits mehrfach beschrieben, eine solche Aktion völlig ungeeignet, weil Gefundenes von sonstwoher kommen kann.

Gekostet hat die Aktion nach Angaben von „Sauberer Himmel“ (PDF) mindestens 50 € pro Teilnehmer, die natürlich aus eigener Tasche bezahlt werden mussten. Bei 72 Proben waren das also insgesamt mindestens 3600 € (wahrscheinlich sogar über 5000 €, da einige teurere Analysen in Anspruch genommen wurden). Eine sinnvollere Aktion, nämlich eine Probenentnahme vom Ort des Geschehens, dem Himmel, wäre aber im einfachsten Fall bereits für 500 € möglich, wobei man eben den Nachweis hätte, dass am Himmel etwas wäre, was nicht hingehört. Rechnen wir mal hoch mit 1000 € - für 3600 € hätte man mindestens drei Wetterballone in die Luft schicken können und man hätte die Nachweise vom Himmel. Warum schmeißen die Leute Geld zum Fenster raus, wenn sie das viel sinnvoller für ihr Anliegen verwenden könnten?

Laut Website von „Sauberer Himmel“ hat die Initiative über 4500 Teilnehmer. Wenn 4000 Teilnehmer 2 € spenden würden, hätte man 8000 €. Wenn man die zu hoch gerechneten 1000 € verwendet, wären das acht Wetterballone. Damit könnte man einen Soll-/Ist-Vergleich durchführen, indem man Proben bei blauem Himmel nimmt und Proben bei verschmiertem Himmel, für den ja die Chemtrails verantwortlich sein sollen. Dann könnte man noch überlegen, ob man die Aktionen örtlich verteilt oder lieber mehrfach Proben an einem Ort nimmt, an dem immer wieder viele Streifen gesichtet werden - zum Beispiel bei Aachen. Und was man erst alles machen könnte, wenn jeder 10 € spenden würde - da könnte man sogar noch unterschiedliche Wetterlagen berücksichtigen.

Bei all dem wurde hier sogar sehr großzügig gerechnet. Den GPS-Tracker muss man zum Beispiel nicht immer neu kaufen, so dass dessen Kosten eigentlich nur einmal ins Gewicht fallen dürften. Auch beim Ballongas, was am teuersten an der Ballongeschichte ist, kann man sparen, indem man die Flaschen sinnvoll einsetzt. Aber darüber brauchen wir uns an dieser Stelle sowieso keine Gedanken zu machen, denn:

Wir sehen also hier auch wieder sehr gut, wie durch „Sauberer Himmel“ und seine Chemtrail-Gläubigen die Wahrheit vertuscht werden soll, indem die Chemtrail-Gläubigen in eine falsche Richtung geschickt werden und dafür sogar noch - für ihre Zwecke sinnlos - Geld ausgeben.

Als Gedankenanstoß sei auch hier nochmal genannt, dass ein Mitflug mit Probenentnahme in einem Flugzeug, das bis in Reisehöhe kommt, auch keine 1000 € kostet. Damit könnte man sogar zielgerichtet in einem Streifen Proben nehmen.

Insgesamt kann man den Chemtrail-Gläubigen wirklich nur wünschen, dass sie endlich mal aufwachen und richtig hingucken. Aber genau das versuchen „Sauberer Himmel“ und die anderen Hardcore-Chemtrail-Gläubigen ja zu vermeiden.

Ergänzend noch ein paar Forumspostings zur Regenwasseraktion bzw. zu dessen Auswertung durch „Sauberer Himmel“:

Messungen durch das Umweltbundesamt

Im Internet kursieren Behauptungen, dass das Umweltbundesamt nicht messen dürfe. Sehen wir uns das mal an einem Beispiel bei „Sauberer Himmel“ an:

Ein Teilnehmer stellte bei fragdenstaat (https://fragdenstaat.de/anfrage/alluminium-und-barium-werte-im-regenwasser/#comment-179-full) eine Frage:

Alluminium und Barium Werte im Regenwasser

Des Öfteren habe ich im Internet Schnee- und Regenwassenanlysen gefunden, die mitunter drastisch erhöhte Alluminium und Barium Werte aufwiesen. Leider habe ich bisher nie derartige Analysen von offizieller Seite gefunden. Meine Frage also: Liegen Ihnen Untersuchungen vor, bei denen erhöhte (ggf. Grenzwert überschreitende) Werte der Alluminium bzw. Barium-Belastung aufgetreten sind. Besonders interressant wären hierbei Probenahmen in Naturschutzgebieten oder anderen Orten, bei denen davon auszugehen ist, dass es sich bei ggf. auftretenden erhöhten Werten nicht um Belastungen durch das nähere Umfeld (Müllverbrennungen etc.) handeln kann.

Die Frage lautet also schlicht, ob Untersuchungen vorliegen, bei denen erhöhte (ggf. Grenzwert überschreitende) Werte der Aluminium- bzw. Barium-Belastung aufgetreten sind. Mehr nicht. Und genau auf diese Frage antwortete das Umweltbundesamt:

Antwort des Umweltbundesamtes

Barium-Konzentrationen in Schnee können nach dem Abbrennen von Feuerwerksraketen stark erhöht sein, weil die Raketen Bariumsalze zur Erzeugung von grünen Farbeffekten enthalten. Nach dem Silvesterfeuerwerk 2007/08 waren bei einer Untersuchung in Österreich (Steinhauser et al. 2008: Heavy metals from pyrotechnics in New Years Eve snow.- Atmospheric Environment, 42, 8616-8622) die Barium-Konzentrationen im Schnee eines begrenzten kleinen Gebietes um bis zu Faktor 580 erhöht gegenüber den Werten vor dem Feuerwerk (4 - 16 µg/kg).

Das UBA wies auch erstmal folgerichtig darauf hin, dass die Begriffe „erhöht“ bzw. „drastisch erhöht“ sehr unscharf und nicht definiert sind. Weiterhin teilte das UBA natürlich auch mit, dass Analysen „vor einer Bewertung konsequent auf ihre Belastbarkeit überprüft werden“ sollten, wie Probenahmeort, Probenahmeart, Probenahmebehältnis, Konservierung und Lagerung der Proben bis zur Analyse, Blindwerte, Messmethode, Qualitätsmanagement, u. a.

Hier finden Sie die komplette Antwort: Seite 1, Seite 2.

An der Reaktion von „Sauberer Himmel“ sieht man, wie die Leser manipuliert werden sollen:

Aha, das Silvesterfeuerwerk sei nach Auffassung des UBA am Bariumfund im Regenwasser verantwortlich. Komisch ist nur, dass unsere Regenwasserproben nicht nach einem Silvesterfeuerwerk genommen worden sind, sondern zum Teil 11 Monate danach.

Ja, wurde denn danach gefragt? Woher sollte das UBA wissen, dass darauf eine Antwort erwartet wurde?

Insofern war es auf der Grundlage der Fragestellung eine recht umfangreiche Antwort, in der eben auch das Beispiel mit dem Silvesterfeuerwerk genannt war. Da der Rest aber nicht zu einer Panikmache passt, musste er natürlich - wie so oft bei den Chemtrail-Gläubigen - vertuscht und ein Unverständnis vorgetäuscht werden.

Messungen

Im Unterschied zu den Chemtrail-Gläubigen nehmen verschiedene Institute aber permanent Messungen vor und zwar dort, wo die Verursacher der Streifen sind, in Reisehöhe.

Das DLR verfügt zu diesem Zweck über eine eigens ausgestattete Maschine: http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10261/371_read-1590/

Die Lufthansa nimmt im Rahmen des CARIBIC-Projekts (http://www.caribic-atmospheric.com/) weltweit auf Langstreckenflügen mit einem A340 Proben, die auf sämtliche Bestandteile untersucht werden (http://www.caribic-atmospheric.com/institutes.html).

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main betreibt drei ballongetragene kryogene Luftprobensammler (http://www.geo.uni-frankfurt.de/iau/PhysAtm/Instrumente/BONBON/index.html).

Warum soll also allein unter diesem Gesichtspunkt eine weitere Institution Proben nehmen, obwohl bereits genug Proben genommen werden und die Chemtrail-Gläubigen es nicht mal schaffen, 500 € für eine Probe zusammen zu bekommen? Mal abgesehen davon, dass Staubniederschlag durchaus gemessen wird.

Bei Interesse könnten also diese Stellen angeschrieben und die Ergebnisse der Messungen erfragt werden. Klar ist natürlich, dass daran kein Interesse besteht - zur Not würde sich sicher herausgeredet, dass diese Stellen zum System gehören und manipuliert sind. So bliebe also tatsächlich nur die Möglichkeit, dass die Chemtrail-Gläubigen sich selbst um Messungen kümmern, um ihre Behauptungen zu belegen. Darauf werden wir aber lange warten können, denn so schlimm, als dass man die Sprüherei schnellstmöglich beweisen müsste, ist es dann doch nicht. Lieber quatschen, jammern und spammen die Chemtrail-Gläubigen weiter herum.

Nur ein Beispiel, wie man an eine Probe herangehen könne: Beweise schaffen.

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