Sauberer Himmel: Tanker in der Sargecke

Man nehme Texte mit möglichst vielen Möglichkeitsformen, verkaufe das als Realität und schon ist ein verschwörungstheoretischer Text fertig - wie bei diesem Beitrag auf den Seiten des Sauberen Himmels:

Forscher warnt plötzlich vor Klima-Manipulation - zuvor plauderte er aus dem Nähkästchen, wie wenig Flugzeuge für das Chemtrailing benötigt würden

Chemtrail-Leugner in Erklärungsnot

Wie DER SPIEGEL am 18.12.2008 noch berichtete, empfahl der Wissenschaftler Prof. Alan Robock von der Rutgers State University of New Jersey, Tankflugzeuge dreimal täglich in die Stratosphäre zu schicken, um dort Tausende Tonnen Schwefel in der Luft freizusetzen. Dies solle das Sonnenlicht dämpfen und die Erderwärmung entsprechend senken.

Ja, das waren mal Gedanken bzw. Ideen. Sowas gibt es im Leben öfter mal, dass man über etwas nachdenkt. Was daraus wird, ist dann die andere Sache. Meist verwirft man Gedanken auch wieder und manchmal ändert man sie. Erst dann, wenn alles stimmt und ein Gedanke realistisch ist, setzt man ihn um. Im Beispiel hat Prof. Alan Robock halt etwas empfohlen. Passiert.

Wie es aber in der Wissenschaft ist, denkt man weiter nach. Und da hat sich zum Beispiel herausgestellt, dass nicht nur das Sonnenlicht gedämpft würde, sondern auch die nächtliche Wärmeabstrahlung.

Nach Robocks Berechnungen sollten dafür jährlich eine Millionen Tonnen Schwefelwasserstoff in die Stratosphäre eingebracht werden.

Ja, wenn er das für die Wirksamkeit so berechnet hat …
Aber lesen wir mal genau: Da steht "jährlich". Was heißt das? Dass das nicht in einem Jahr getan ist, sondern sich über Jahre hinziehen würde. Doch das verschweigt der Saubere Himmel vorerst:

"Wobei es nicht um Stunden, Tage oder Wochen geht, sondern um Jahrzehnte. So lange müsste der Schwefel ausgebracht werden, um Wirkung zu erzielen.

Es würde dann also doch etwas teurer werden. Aber es gibt noch ein anderes Problem, das vertuscht wird, nämlich die Sargecke:

Verblüffend gering sei der Aufwand, um diese gigantischen Schwefelmengen auszubringen: "Es hat mich überrascht, wie wenige Flugzeuge man braucht", sagte Robock im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE (SPIEGEL ONLINE, 18.12.2008). Die Tankflugzeug KC-135 könnten pro Flug jeweils 91 Tonnen transportieren. Wenn 15 der 481 Tankflugzeuge, die die Air Force hat, an 250 Tagen pro Jahr dreimal starten würden, wäre die Arbeit vollbracht, so die Berechnungen des Forschers.

Dabei ist es so, dass Flugzeuge einen Spielraum zwischen Mindest- und Maximalgeschwindigkeit haben, der mit zunehmender Höhe abnimmt, bis gar keiner mehr vorhanden ist. Nun hat aber eine KC-135 eine Dienstgipfelhöhe von ca. 15 km, da fängt die Stratosphäre gerade mal an. Was nun, Flug in die Sargecke (Coffin Corner) und Absturz? Oder wie stellt man sich das vor?

Von den noch leistungsstärkeren Tankflugzeugen KC-10 Extender, von denen die US Luftwaffe 59 Exemplare besäße, benötigte man sogar nur 9 Flugzeuge, so der Forscher.

Oh, die kommen ja noch nicht mal 13 km hoch - also kratzen die in unseren Breiten noch nicht mal an der Stratosphäre. Ja, was denn nun?

Aber im Gegensatz zum Vertuschungssystem der Giftwolken-Truppe verschweigt der SPIEGEL nicht die Schlussfolgerung:

"Weil die Tankflugzeuge nur Höhen zwischen 12 und 15 Kilometern erreichen, könnten sie lediglich in den Polarregionen eingesetzt werden. Dort beginnt die Stratosphäre bereits in acht Kilometern Höhe, am Äquator sind es fast 20 Kilometer. 'Man würde die Einsätze wohl auf den Nordpol beschränken', erklärt Robock."

Also bereits hier braucht niemand von uns Angst zu haben, besprüht zu werden. Der Saubere Himmel hat uns das nur einfach verschwiegen.

Wie DIE ZEIT am 15.3.2012 berichtete, warnt der Wissenschaftler Prof. Alan Robock inzwischen vor der Klima-Manipulation. […]

Tja, so ist es halt in der Wissenschaft. Es gibt eine Idee, dann wird geforscht und nachgedacht und dann wird eben auch schon mal über den Haufen geworfen. Sowas passiert öfter mal. Deswegen ist es auch unsinnig, hinter jeder Idee eine Verschwörung zu wittern.

Hinweis: Der Saubere Himmel hat bei der ZEIT auf die Seite mit den aktuellen Artikeln verlinkt, die sich jedoch auch ab und zu mal ändern. Das sollte man aber auch in der URL sehen können: "http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-2". Naja, die Sache mit dem Lesen …
Nehmen Sie einfach diesen Link, damit Sie auf den gewünschten Artikel kommen: http://www.zeit.de/2012/12/U-Interview-Robock.

Das Interview ist übrigens sehr interessant. So sagt Alan Robock zum Beispiel: "Niemand hat in der Praxis gezeigt, dass dies überhaupt möglich ist.".

Fazit: Es scheint so, dass einige Wissenschaftler langsam weiche Knie bekommen.

Nein, das ist ein ganz normaler Erkenntnisgewinn - ein Fortschritt bei der Forschung und Entwicklung. Sowas soll es geben.

Vielleicht erkennen sie erst jetzt, mit welchem Fanatismus die Technokraten diese Maßnahmen betreiben.

Und das ist halt der Trugschluss der Giftwolken-Truppe. Aus Gedanken folgern sie, dass Maßnahmen betrieben würden. Wenn es nach denen gehen würde, dürfte es gar keinen Fortschritt geben, weil jede Idee eine Bedrohung darstellen könnte. Und mit den Streifen am Himmel, die jeder von uns - auch ohne Streifenbildchen - immer wieder sehen kann, hat das erst recht nichts zu tun, weil das halt die unvermeidbaren Kondensstreifen sind.

Dieses Thema geht daher alle Menschen an!

Ja, um abzulenken und zu vertuschen; um keine Beweise für die Behauptung, dass gesprüht würde, bringen zu müssen. Chemtrail-Märchen - das einzigartige Vertuschungssystem.

20.03.2012

20.03.2012 [⇧]