Sauberer Himmel: n-tv, Borrmann und die Chemtrails

n-tv, Borrmann und die Chemtrails

n-tv berichtet erneut über Chemtrails

n-tv berichtete am 01.03.2012 erneut über Chemtrails. Der Beitrag "Kriegswaffe Wetter" wurde erstmals im Jahr 2011 ausgestrahlt und befindet sich schon lange unter der Rubrik "Videos". Dieser Beitrag war daher keine neue Sensation, wie viele meinten.

Richtig. Aber die Leute der Giftwolken-Truppe (Dank an den Berliner Kurier für diesen Begriff) greifen ja alles auf - und wenn es noch so einen langen Bart hat. Selbst Sachen wie WWF-Plakat und Ryanair-Triebwerk geistern jetzt noch im Internet herum und dass es auch früher schon lange Streifen gab, haben viele Chemtrail-Gläubige immer noch nicht begriffen. Aber abgesehen davon kommen in dem Beitrag immer noch dieselben Verschwörungstheoretiker zu Wort.

In dem Beitrag wird übrigens erwähnt, dass Chemtrails nur über Militär-Flugzeuge versprüht würden. Dies sehen wir anders: Unserer Auffassung nach sind auch etliche Fluggesellschaften in dieses Projekt verwickelt.

Nicht mal da sind sich die Verschwörungstheoretiker einig. Aber so ist das halt bei diesen Leuten - ein stimmiges Gesamtkonzept für die Theorie (die ja wissenschaftlich gesehen eigentlich gar keine ist) gibt es nicht. Jeder erzählt etwas Anderes und die Hauptsache ist, dass es in das Bild "Chemtrails" passt.

Und wieder kann man nur feststellen: Jeder hat die Möglichkeit, zu prüfen, welche Airline, welcher Flug fette Streifen hinterlässt. Spotter machen das ständig. Wo bleiben denn endlich mal die konkreten Beispiele durch die Streifenknipser? Nix - da wird lieber auf dem Boden herumgekrochen und nach Spinnweben gesucht bzw. am Himmel nach Streifen geguckt.

Zudem wird in dem Beitrag der Eindruck erweckt, dass Chemtrails speziell bei Kriegen eingesetzt würden. Dabei werden Chemtrails im Zuge des so genannten "Shield-Projects" nahezu weltweit versprüht.

… behauptet die Giftwolken-Truppe ohne Belege.

Im Jahr 2009 behauptet n-tv noch: "Chemtrails gibt es nicht."

Und heute nicht mehr? Woher weiß man das?
Man muss bedenken: n-tv ist ein Sender, der die Beiträge nicht selbst erstellt. Die Beiträge werden nur eingekauft (teilweise auch in Paketen) und gesendet. Ob das die Meinung des Senders oder nur ein Ladenhüter aus einem Paket ist, kann man aufgrund der Sendung nicht feststellen. Dazu kommt, dass wir alle wissen, dass man solche Sendungen bringt, die Zuschauer bringen - schließlich geht es um das Geld. Ob RTL oder n-tv, das nimmt sich dabei nicht viel. Seltsam, dass die Chemtrail-Gläubige nun auf einmal etwas nutzen, das im Mainstream gebracht wurde.

Der dort zu Wort gekommene Lobbyist und Physiker, Prof. Dr. Stephan Borrmann vom Institut für Physik der Atmosphäre der Uni Mainz, sollte uns mal erklären, warum Polymerfasern, Metallstäube und Kristalle, die in allen Farben leuchten, vom Himmel fallen.

Quasi soll er Nachhilfeunterricht für die Leute erteilen, die in Physik geschlafen haben. Ist das seine Aufgabe?

Wir könnten Herrn Prof. Dr. Borrmann einen Brief schreiben und ihn dazu befragen.

Ja, das kennen wir doch irgendwoher - oder? Die Leute vom Sauberen Himmel brauchen immer irgendwelche Bezugspersonen, auf die sie sich einschießen. Und so ganz nebenbei klingt das auch wieder nach einem versteckten Spamaufruf. Wie gehabt.

Zudem sollten wir ihm mitteilen, dass sich all diejenigen, die das illegale Versprühen von chemischen Wolken zielgerichtet und vorsätzlich vertuschen, sich unter Umständen wegen Beihilfe strafbar machen.

Nun, sehen wir mal, was in dem Satz behauptet wird:

Und das alles ohne konkrete Belege.

Anschließend wird sich Herr Prof. Dr. Borrmann wohl zweimal überlegen, ob er noch einmal in der Öffentlichkeit so einen Unfug von sich gibt.

Zum Schluss noch der nach Drohung klingende Satz und fertig.

Aber es ist doch immer wieder interessant, wie Leuten, die etwas studiert und erlernt haben sowie in der Praxis damit beschäftigt sind, durch die Giftwolken-Truppe unterstellt wird, sie hätten keine Ahnung und dass sie Unfug von sich geben würden. Da wird Physikern, Meteorologen, Beschäftigten in der Luftfahrt, sonstigen Piloten sowie Leuten, die sich aus Hobby intensivst damit beschäftigen, usw. jegliche Qualifikation abgesprochen bzw. Vorsatz unterstellt. Und das von Leuten, die überwiegend nicht mal ansatzweise Ahnung davon haben, was sich am Himmel und in der Fliegerei wirklich abspielt.

Chemtrail-Gläubige vertuschen die Streifenverursacher

Dabei muss man dem Rechtsanwalt Storr die Frage stellen, ob er überhaupt von seinem Gebiet Ahnung hat, denn als Rechtsanwalt müsste er wissen, dass man die Zeit nicht mit irgendwelchen Spammaßnahmen und spekulativen Suchen verplempert, sondern die Verursacher, die Täter ermittelt. Und es ist eine Kleinigkeit, herauszufinden, wer einen fetten Streifen hinterlässt - tausende Leute weltweit machen das tagtäglich. Wenn man sicher ist, dass Chemikalien ausgebracht werden, ist es doch nicht schwer, zu erfassen:

"Illegale Ausbringung von chemischen Substanzen durch
Flug: XY0000
Airline: Mustergesellschaft
Flugzeug: Boeing XYZ
Kennung: XY-0000
Flughöhe: XY ft
Flug von A nach B
Zeitpunkt: 30.02.2012 13:56
Beobachtungsort: Musterhausen"

Das wird dann der Airline und/oder dem LBA gemeldet; es wird Strafanzeige erstattet oder in der Öffentlichkeit publik gemacht. Daraufhin könnte am Flugzeug ermittelt werden (Stichwort: Spurensuche), was ausgebracht wurde. Aber warum wird man nicht konkret und zieht es in die Länge? Da hat man die Verursacher schon vor sich, kann sie erkennen und lässt die trotzdem weiter fliegen und ihr Werk verrichten. Stattdessen beschäftigt man sich mit Spekulationen. Seltsame Logik - oder?

Oder andersrum: Jeder normale Mensch würde erstmal den Täter fassen. Nicht so aber die Streifenknipser - die posaunen lieber in der Öffentlichkeit herum, wie wichtig sie doch sind.

05.03.2012 [⇧]