Bürgerinitiative "Sauberer Himmel" (26 / 107)

Mail von wetter.at

Erstaunliche Antwort des österreichischen wetter.at auf eine Chemtrail-Anfrage

Erstaunliche Antwort des österreichischen wetter.at auf eine Chemtrail-Anfrage

Lesen Sie [hier] die erstaunliche Antwort des österreichischen wetter.at auf eine Chemtrail-Anfrage.

Aha, ein Verweis auf die Seite des Mitbegründers der so genannten Bürgerinitiative, Werner Altnickel. Na dann sehen wir mal:

Chemtrail.de wurde heute folgender Schriftverkehr gemailt. (Gelbe Hervorhebung von mir)
Der österreichische Wetter.at – Dienst sendete folgende erstaunliche Antwort an einen CHEMTRAIL- Fragesteller.

Eine Antwort also. Und wie lautete die Frage? Leider wurde vergessen, die anzugeben. Dadurch fehlt natürlich der Zusammenhang, aber der soll anscheinend gar nicht bekannt sein. So kann man doch viel mehr spekulieren.

Änderung am 05.04.2012:

Der Kontakt des Fragestellers zu wetter.at erfolgte über das Kontaktformular; es handelte sich um eine private Anfrage. Herr Altnickel hatte keine Genehmigung zur Veröffentlichung der Antwort, so dass auch an dieser Stelle der Screenshot von chemtrail.de entfernt wurde. Auf den Inhalt muss eigentlich auch gar nicht mehr eingegangen werden, denn die Aussage von wetter.at auf Nachfrage war eindeutig:

Es wurde in Bezug auf die Kondensstreifen am Himmel auf die Definition des Begriffes "Chemtrails" beim DWD (http://www.deutscher-wetterdienst.de/lexikon/index.htm) verwiesen, wo ausdrücklich steht, dass die zum Thema existierenden Verschwörungstheorien vom DWD nicht bestätigt werden. Außerdem findet man dort eine ausführliche Erklärung, wie es zu der als "Chemtrails" bezeichneten Wolkenbildung kommt.

Das war es. Insofern ist alles andere, was durch den Sauberen Himmel oder andere Chemtrail-Gläubige in diese Mail interpretiert wird, rein erfunden. Trotzdem noch etwas zu den Inhalten der Mail von wetter.at:

Vor und nach dem Wort Chemtrails befanden sich jeweils zwei kleine senkrechte Striche. Diese Striche nennt man auch "Anführungszeichen" - manche Leute haben das sogar in der Schule gelernt. Eingesetzt werden diese Striche immer dann, wenn man etwas zitiert - ein Aussage, einen Begriff, einen Titel, usw. Das heißt, dass die Leute von wetter.at nicht diesen Begriff selbst gebrauchen, sondern diesen von jemanden anders übernommen haben. Diese Anführungszeichen können sogar eine "modalisierende Funktion" haben, indem sie etwa ausdrücken, dass der, der den Begriff verwendet, sich davon distanzieren möchte.

Die Aussage, dass diese Streifen bei der Wettervorhersage nicht berücksichtigt werden, da man auch ihre Entstehung nicht vorhersagen kann, bedeutet ganz einfach:
Während es für meteorologische Vorgänge Modelle gibt, die auf verschiedenen Zusammenhängen bzw. Prozessen beruhen, wird dies bei den Flugzeugen schwierig bis unmöglich. Die Bildung von natürlichen Wolken kann grob vorhergesagt werden - wenn man dies aber für die Wolken durch Kondensstreifen auch möchte, müsste man die Flugpläne und kurzfristigen Flugänderungen hierbei berücksichtigen. Das heißt, um die Beeinflussung durch Kondensstreifen vorhersagen zu können, müsste man genau wissen, wann wo ein Flugzeug unterwegs ist - ein Ding der Unmöglichkeit.

Man kann aber eins machen, und darauf wird durch uns immer wieder verwiesen: Man kann vorhersagen, ob die Möglichkeit besteht, dass sich Kondensstreifen halten können. Dazu braucht man nur - und auch das wird durch uns immer wieder erklärt - den Vertikalschnitt zu nehmen und sich die Feuchteverteilung in der Höhe anzusehen. Dies ist die beste Vorhersage zur Möglichkeit, dass sich Kondensstreifen bilden können. Und wenn dann auch noch Flugzeuge dort entlangfliegen, werden sich die langen Streifen bilden.

Zurück zum Text beim Sauberen Himmel:

Dazu passt die Antwort eines hochrangigen Meteorologen in Deutschland auf eine ähnliche Anfrage:

"Lieber Herr .........,

ich habe mit meiner Bemerkung nicht die Chemtrails gemeint, sondern den
anthropogenen CO2 Ausstoss durch Industrie, Kraftverkehr, alle fossilen
Verbrennungen. Ich kann Ihnen auf Ihre Frage innerhalb einer Email keine
befriedigende Antwort geben. Wenn es so einfach waere, gaebe es da nicht
so viel Streiterei. Trotzdem wollte ich Ihnen zumindest antworten.


Beste Gruesse,

XXXXXX"

Und wozu hat der Meteorologe das gesagt? Ach ja - Zusammenhänge sind ja bei den Chemtrail-Gläubigen nicht so wichtig.

Dafür können wir es aber sagen: Prof. Manfred Wendisch wollte darauf hinweisen, das wir bei der Umweltverschmutzung aufpassen müssen, weil wir nicht wissen, welche Folgen das einmal haben kann. Das verstanden die Chemtrail-Gläubigen, hier also der Saubere Himmel, allerdings überhaupt nicht, so dass sie hofften, dass er "Chemtrails" meint. Ein Chemmie fragte ihn danach und der Meteorologe antwortete halt, dass er nicht die Chemtrails meint, sondern die nicht so einfache Realität. Siehe auch: Rätselhafte Welt der Wolken.

03.04.2012

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