Sauberer Himmel: Chemtrail-Leugner in Erklärungsnot

Erneut hohe Bariumwerte in Regenwasser nachgewiesen

Chemtrail-Leugner in Erklärungsnot

Ausnahmsweise trifft der Saubere Himmel mal den Nagel auf den Kopf. Aber dazu später - vorher noch ganz kurz zum Inhalt:

Untersuchungen von Regenwasser in Neuss und Kassel haben erneut hohe Bariumwerte hervorgebracht:

Probe: 11.08.2011 (Neuss) Barium: 0,03 mg/l

Probe: 14.10.2011 (Umland Kassel) Barium: 0,3 mg/l

Der Barium-Wert aus Kassel ist der mit Abstand höchste Bariumwert, den wir jemals gemessen haben.

Na wenn das mal kein Erfolgserlebnis war - horrente Werte! Und warum tut man da nichts, statt nur rumzujammern? Sollen andere Leute Fachleute befragen, Anzeige erstatten, o. ä.? Ach ja - offensichtlich soll ja gar nichts getan werden, außer zu jammern, Panik und Angstmache zu verbreiten und sich zu profilieren.

Trinkwasser sollte ja sauberer als Wasser von draußen sein und da schlägt die WHO einen Richtwert von 0,7 mg/l vor. Die US-amerikanische Gesetzgebung für Trinkwasser sowie in Flaschen abgefüllte Wässer legt sogar einen Barium-Höchstwert von 2,0 mg/l fest. Und die deutsche Mineral- und Tafelwasser-Verordnung erlaubt für deutsche Mineralwässer einen Barium-Höchstwert von 1 mg/l. Dann stellen wir mal die spannende Frage: Kommen die Werte des Wassers aus dem Freien auch nur in die Nähe der Werte des sauberen Trinkwassers?

Antwort: Was Barium betrifft, kann das Regenwasser beruhigt getrunken werden, denn es ist sauberer als es selbst die Anforderungen an Trinkwasser erlauben.

Nun liegt Neuss in einem Ballungsgebiet mit viel Industrie und Müllverbrennungsanlagen. Dennoch ist der Bariumwert in dem industriell weit weniger genutzten und stark bewaldeten Umland von Kassel zehnmal so hoch. Wo kommt dieses Barium her? Wenn hohe Bariumwerte im Organismus des Menschen (siehe letzte Meldung) und im Regenwasser nachgewiesen werden können, dürfte eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehen, dass die Menschen das Barium über die Luft aufnehmen.

Zum Beispiel. Aber wo kommt das Barium nun her? Dazu müssen wir mal einen kleinen Ausflug machen, also weg von Youtube. Das Wetter spielt sich draußen ab. Wetter ist das, was uns manchmal von oben nass macht (auch Regen genannt), was uns manchmal die Haare zerzaust (auch Wind genannt), was uns frieren lässt (auch Kälte genannt), was uns schwitzen lässt (auch Wärme genannt) und uns manchmal erschrecken lässt (auch Gewitter genannt). Dieses Wetter ist sehr unstetig; es ändert sich immer wieder. Mal bekommt man es mit (wenn es zum Beispiel auf einmal von oben feucht wird), mal auch nicht (wenn sich bei blauem Himmel der leichte Wind dreht).

Überall - auf dem Boden, in der Luft, in den Wolken, usw. befinden sich nun kleinste Partikelchen. Diese sind manchmal richtige Weltreisende, denn die kommen weit herum. So kann sich zum Beispiel ein Stäubchen aus des Nachbars Garten schon mal in den Wald nebenan begeben, was ein Stäubchen auf Kurzstrecke wäre. Kommt nun ein Stäubchen in Aufwinde, wird es manchmal sehr weit nach oben getragen. Und wenn es dann in einen langen Windstrom kommt, kann es auch schon mal lange Distanzen überwinden. Aber es kann auch nach unten schweben oder gar mit dem Regen fallen und mal eine Pause machen. Dann wird es beim nächsten Aufwind möglicherweise weitergehen. Das wäre dann ein Stäubchen auf Langstrecke.

Um festzustellen, woher das Stäubchen kommt, haben wir im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder wir verfolgen das Wetter per Rückwärtstrajektorien oder wir fragen das Stäubchen. In Anbetracht der Fragestellung im Zitat empfehle ich die zweite Möglichkeit, das geht einfacher.

Wer es einfach haben möchte, kann natürlich auch einfach mal an Silvester oder ein anderes Feuerwerk denken, denn da wird eine Menge Bariumnitrat und Bariumcarbonat in die Luft geballert, was natürlich auch irgendwo wieder auf den Boden gelangt. Vielleicht gab es auch nur Flugasche, die ebenfalls Barium enthält. Vielleicht gab es aber auch nur Schwerbeton in der Nähe, denn auch dort ist Bariumsulfat enthalten. Da die gemessenen Werte aber weit unter den Grenzwerten selbst für das saubere Trinkwasser lagen, soll die Aufzählung damit beendet sein.

Übrigens: Der Staub aus der Sahara, der manchmal bis nach Deutschland gelangt, wird auch nicht per Flugzeug versprüht. Das sind sozusagen viele, viele Staubkörnchen auf Langstrecke. Die Spotter sagen zwar manchmal, dass wieder eine Sandlieferung kommt, damit meinen sie aber aus Spaß bestimmte arabische Flugzeuge. Mit Sand hat das wirklich nichts weiter zu tun.

Und hier finden Sie, wo das Gefundene wirklich herkam: Wie kommt das Barium also nun in das Regenwasser? (ungefähr in der Mitte des Textes).

Und dieser Umstand bringt die Chemtrail-Leugner in Erklärungsnot.

Ja, und das stimmt wirklich. In Erklärungsnot bringt uns aber nicht die Frage, wo das Barium herkommt, sondern die Frage: Wie erkläre ich es so einfach, dass es auch verstanden wird?

Denn die Frage, wie kommt das Barium in das Blut und in das Regenwasser, kann nicht einfach wegdiskutiert werden.

Dazu muss man die Frage stellen: Wer möchte denn etwas Natürliches wegdiskutieren? Wiedermal eine kleine Ablenkung von den Streifen, die man eigentlich mal beproben müsste?

13.03.2012 [⇧]