Bernd Haucks Prangerliste

Bernd Hauck wendet Nazi-Methoden an
Prangerliste, Quelle: facebook/leyline.de/

Zwar wird im Internet viel über die Prangerliste von Bernd Hauck gelacht, aber dennoch darf der eigentlich ernste Hintergrund nicht vergessen werden.

Immer wieder beteuern die Chemtrail-Gläubigen nach dem Motto mit den bellenden getroffenen Hunden, dass sie mit rechtem Gedankengut nichts zu tun hätten. Dass es durchaus anders sein kann, zeigen sie dabei sehr oft. Teilweise gibt es offene Äußerungen, teilweise zeigen sie es durch Zugehörigkeiten zu bestimmten Gruppierungen und sehr oft wird auch zu Websites mit rechtem Gedankengut verlinkt. Gern genutzt werden aber auch die Prangerlisten, mit denen zu Zeiten des Nationalsozialismus bestimmte Menschen denunziert wurden.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich in der Öffentlichkeit mit Aussagen, die ebenfalls in der Öffentlichkeit getätigt wurden, auseinandersetzt. Auch Zugehörigkeiten zu Gruppierungen, die bestimmte Inhalte bzw. Ziele haben, können dabei eine Rolle spielen. Möchte man sich nicht einer solchen Diskussion aussetzen, darf man sich einfach nicht äußern. Aber es geht eben um Inhalte, nicht um Personen. Personen sind es, die Aussagen getätigt oder ein bestimmtes Verhalten gezeigt haben, mehr nicht. Die Person ist nur der Überbringer der Botschaft, auf die eingegangen werden soll, mehr eben nicht. Dass Personen durch ihre Aussagen viel von sich selbst mitteilen, kann man natürlich nicht ausschließen - die Äußerungen stammen schließlich von ihnen.

Nun wird im Internet viel auf die Aussagen bzw. Inhalte innerhalb der Chemtrail-Verschwörungstheorie reagiert, indem Grundlagen aus der Physik, der Meteorologie, der Luftfahrt usw. verwendet werden. Somit werden die Inhalte der Verschwörungstheorie, die rigoros mit unbegründeten Ängsten der Menschen spielt, ad absurdum geführt. Da dies die Realität ist, können die Chemtrail-Gläubigen natürlich nicht auf diese Inhalte eingehen, weil sie sich sonst der Realität nähern würden. Also müssen sie andere Methoden verwenden.

Eine dieser Methoden sind eben diese Prangerlisten, was von den Nazis übernommen wurde. So geht "Sauberer Himmel" immer wieder auf Personen ein, ohne konkret zu benennen, was diese Personen falsch gemacht hätten, wo sie sich geirrt hätten usw. Es soll ein Feindbild aufgebaut werden, die Chemtrail-Gläubigen sollen konkrete Feinde bekommen, an denen sie sich austoben können, zum Beispiel mittels weiterer Denunziation, Spam oder auch Telefonterror, wie es bei mir auch schon vorkam. Die Personen sollen in ein schlechtes Licht gerückt - an den Pranger gestellt werden. Das ist das Ziel dieser Methode, nicht aber die Auseinandersetzung mit Inhalten.

Bernd Hauck wendet Nazi-Methoden an
Bernd Hauck bei „Sauberer Himmel“, Quelle: „Sauberer Himmel“

Genau damit haben wir es bei der Liste des Bernd Hauck, Regionalgruppe „Sauberer Himmel Mannheim“, zu tun. Hier haben wir nur als Überschrift „Chemtrails-Helfershelfer“, dabei impliziert das Wort „Helfershelfer“ bereits etwas Negatives. Anschließend folgen viele Namen von Personen, die der Bernd Hauck offenbar nicht mag, die nicht seiner Meinung sind. Wer nun erwartet, dass Bernd Hauck schreibt, was die von ihm genannten Personen gesagt haben; wer erwartet, dass sich Bernd Hauck inhaltlich auseinandersetzt, wird enttäuscht. Oder auch nicht, denn diese Nazi-Prangerlisten kennen wir ja bereits von den Verschwörungstheoretikern.

Bernd Hauck trägt also mit seiner Liste auch dazu bei, dass das Abstreiten von Verbindungen zu extremen Ideologien als Heuchelei bzw. als Bellen getroffener Hunde erscheint. Er belegt schließlich, dass man sich derer Methoden gern bedient. Und so zeigt auch er das Gedankengut, das sich in dieser Verschwörungstheorie befindet.

Bernd Hauck wendet Nazi-Methoden an
Bemerkung bei Twitter zur Nazi-Methode des Bernd Hauck

Ein weiteres Beispiel hatte erst kürzlich „Sauberer Himmel“ unter der Überschrift Chemtrails und die „umfangreiche Agenten-Szene“ gezeigt, wo auch die konkreten Beispiele fehlen. All dies soll nur ein Feindbild aufbauen. Siehe dazu auch Es wird eng für die Chemtrail-Verschwörungstheorie.

Bei Twitter bemerkte jemand treffend zu diesen Methoden: „Ah, die Merkliste. Für die Allee der Gehenkten. Ist bei solchen Gruppen stets das Erste, was sie machen.

Aber einen Vorteil hat die Liste des Herrn Hauck. In der Liste sind sehr viele Personen mit akademischen Graden enthalten. Daran merkt man, dass er etwas gegen die Leute hat, die eine gute Bildung haben und dies durch die akademischen Grade auch nachweisen. Insofern muss ich mich natürlich bei Herrn Hauck bedanken, wenn er mich so einschätzt, dass ich in diese Liste gehöre. Chemtrail-Gläubige wird man naturgemäß nicht in Listen mit solchen Personen finden können. Gut, Prangerlisten nutzen sowieso nur die Leute, die Nazi-Methoden verwenden. Wir gehen auf das ein, was Personen zum Ausdruck gebracht haben. Listen brauchen wir dazu nicht und Nazi-Methoden erst recht nicht.

Wer mit dem Ersteller einer solchen Liste zu tun hat, muss jedoch damit rechnen, sich auf einer öffentlichen Prangerliste wiederzufinden, wenn derjenige nicht einer Meinung mit dem Ersteller ist.

Und nochmal zum Unterschied zu den Verschwörungstheoretikern:

An dieser Stelle wird ausdrücklich nicht geschrieben, Herr Hauck sei ein Rechter, Herr Hauck sei ein Verschwörungstheoretiker, wie auch immer. Hier wird auf die Liste eingegangen; es wird gezeigt, zu welchen Methoden sie gehört und es werden Zusammenhänge dargestellt. Es wird also auf den Inhalt eingegangen. Herr Hauck war nur derjenige, der diesen Inhalt ins Netz gestellt hat, der Überbringer.

23.10.2013 [⇧]