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Bei uns ist kein Flughafen. Wieso haben wir Streifen am Himmel?

Kategorien: Antworten ▸ Streifen

Zunächst, man kann es nicht oft genug wiederholen:

Wenn wir weiße Streifen am Himmel sehen, haben die i. d. R. nichts, aber auch gar nichts, mit irgendeinem Flughafen in der Nähe zu tun.

Es sei denn, man hat -40 °C oder so in Bodennähe:


Was aber sicher auf die wenigsten von uns zutreffen dürfte. Die Streifen stammen von den Überfliegern.

Wenn ein Flugzeug auf dem Weg von Japan nach Frankfurt/Main unterwegs ist, ist es dem Streifen schlicht egal, ob ich in der Nähe von Berlin-Tegel wohne. Und wenn eins der vielen Flugzeuge von Asien nach Paris oder London fliegt, ist dem Streifen auch egal, ob unten Frankfurt mit einem stark frequentierten Flughafen liegt - die vielen Asienflüge hinterlassen völlig unabhängig davon ihre Streifen.

Ein Bezug von Streifen am Himmel zu einem Flughafen in der Nähe - und wenn er noch so groß ist - ist schlichtweg Blödsinn. Leider liest man aber so einen Quatsch sehr oft:

„Ich wohne in der Nähe von Flughafen XYZ und sehe die Streifen oft.“


Kondensstreifen bilden sich unter unseren Bedingungen erst ab einer bestimmten Höhe, weil dort die Voraussetzungen (u. a. Temperatur) dafür erfüllt sind. In der Nähe von Flughäfen sind die Flugzeuge, die dort starten oder landen, aber viel zu niedrig. Das heißt, dass diese Flugzeuge in unseren Regionen eher keine Kondensstreifen hinterlassen, sondern das sind die Flugzeuge in Reisehöhe, die Überflieger. Welche das sind, kann auf flightradar24.com nachvollzogen werden.

In der Mehrzahl der Fälle kann auch ausgeschlossen werden, dass die Kondensstreifen der anfliegenden Flugzeuge in der Ferne gesehen werden. Grund ist, dass der Top of Descent (TOD) vom Zielflughafen bis zu 200 km entfernt ist und die Flugzeuge (gilt immer für unsere Regionen) lange in Höhen fliegen, in denen i. d. R. keine Kondensstreifen entstehen. Auch wenn man am Himmel sehr weit sehen kann - dies wäre in der Mehrzahl der Fälle zu weit weg.

Frankfurt/Main hat wegen des dortigen Flughafens also nicht zwangsläufig mehr Kondensstreifen als Kleinkleckersdorf, wo gar kein Flughafen ist. Ausschlaggebend ist fast ausschließlich, wie viele Überflüge stattfinden. Dort kann Frankfurt mehr Verkehr haben, wenn dort mehr gut beflogene Airways sind. Muss aber nicht.

Randwirbel

Wirbelschleppen bzw. Randwirbel
Randwirbel an den Ecken der ausgefahrenen Flaps

Wirbelschleppen bzw. Randwirbel
Randwirbel an den Tragflächenenden

Wirbelschleppen bzw. Randwirbel an Propellern
Kondensation in Wirbeln von den Propellern

Ab und zu sieht man allerdings auch bei landenden Flugzeugen Streifen, die jedoch schon vom Aussehen her darauf hindeuten, dass es nicht die Streifen sind, die wir von den Überfliegern kennen. Dies sind also auch keine Kondensstreifen im hier gemeinten Sinn, sondern es handelt sich um Wirbelschleppen (-zöpfe), auch Randwirbel genannt.

Durch den Auftrieb entsteht ein Unterdruck an den Tragflächen und an Teilen des Rumpfes und es bilden sich Wirbel mit Druckabfall. Die Luft wird dabei stark abgekühlt, die Feuchtigkeit kondensiert und man sieht diese Wirbelschleppen an den Tragflächen- oder Klappenenden oder auch schon mal, wenn es - eben in Bodennähe - extrem feucht ist, über die volle Flugzeugbreite. Im Video „Cathay Pacific Airways Boeing 777-367(ER) [B-KPN] landing at LAX“ ist das gut zu sehen. Aber eben - mit den weißen Contrails am Himmel, um die es bei der Chemtrail-Verschwörungstheorie geht, hat das rein gar nichts zu tun.


Übrigens können diese Wirbelschleppen sogar an Propellern entstehen.